Heimatstube - Heimatmuseum Neustadt

Öffnungszeiten Heimatstube

Heimatmuseum Heimatstube in Neustadt

Ein echtes Kleinod finden Liebhaber Schwarzwälder Uhren und heimischen Brauchtums in der Neustädter Scheuerlenstraße: die "Neustädter Heimatstuben". Das zweistöckige Gebäude im englischen Stil ist Anziehungspunkt vieler Gäste. Mit viel Engagement haben Bürger der Doppelstadt eine stattliche Zahl lokaler Kostbarkeiten zu einer stattlichen Sammlung zusammengetragen, unter denen sich einmalige kulturhistorische Kostbarkeiten finden.

Das Gebäude wurde von Karl Sorg gebaut, der als "Schwarzwald-Engländer" in Großbritannien zu einem stattlichen Vermögen kam. "Schwarzwald-Engländer" nannte man jene Uhrenhändler, die jenseits des Kanals mit Uhren aus ihrer Heimat handelten und so den heimischen Betrieben ihre Existenz verdankten. Karl Sorgs Bruder, Josef Sorg, ist übrigens der Schöpfer der legendären "Sorg-Uhren", die unter Liebhabern ganz besonders begehrt sind. Sorg war nebenbei Bürgermeister Neustadts und betrieb rund 100 Meter stadteinwärts von den Heimatstuben entfernt eine Fabrikation. Das Gebäude ist noch heute erhalten und beherbergt heute eine urige Wirtschaft ("Zur Spritz").

Uhrenfreunde finden in dem einst herrschaftlichen Gebäude, den Heimatstuben, neben Exponaten der Sorg-Brüder eine komplett erhaltene Uhrenwerkstatt sowie zahllose bestens erhaltene Schilder-, Sonder- und sogar ein paar Kuckucksuhren. In der "Heine-Stube" finden sich Bilder des studierten Malers Karl Heine (* 1842, + 11.11.1882) sowie seines Bruders Heinrich (* 10. Juli 1839, + 1.Mai 1916). Beide begannen ihre berufliche Laufbahn als anerkannte Schilduhrenmaler. Daneben belegt die Heimatstuben die Entwicklung der Schwarzwälder Uhrenindustrie.

Der Überlieferung gemäß wurde die erste Schwarzwalduhr auf einem Bauernhof in dem heute zu Titisee-Neustadt gehörenden Stadtteil Waldau gefertigt. Die legendären Schottenuhren mit ihrem kleineren Schild und einem verfeinerten Uhrwerk stammen ursprünglich vom Neustädter Schottenhof. In nahen Hinterzarten entwickelte Jakob Herbstreit noch kleinere Uhrwerke, die berühmten Jockeleuhren, die in der Miniatusierung lediglich noch von den Sorg-Uhren übertroffen wurden. Aber auch Liebhaber Schwarzwälder Trachten sowie einstiger Gebrauchsgegenstände wie Küchengeräte und Werkzeug kommen in den Heimatstuben auf ihre Kosten. Eine Bauernküche belegt auf eindrucksvolle Weise das Leben vor über 100 Jahren aussah. Sogar eine beschauliche Spinnstube ist zu bewundern. Ausgestellt sind außerdem Original-Fotografien vom Bau der Höllental-Eisenbahn von Freiburg nach Titisee und weiter nach Neustadt.

Dem heutigen Museumsleiter, Martin Vogelbacher, ist es zu verdanken, dass in den letzten Jahren kontinuierlich eine Glassammlung aufgebaut wurde. Schließlich war im Hochschwarzwald eine kunstvolle Glasproduktion beheimatet.

Das kleine, schmucke Museum wurde am 10. Mai 1968 eröffnet; weil die oberen Stockwerke noch bewohnt waren, konnte zunächst nur das Erdgeschoss genutzt werden. Inzwischen sind Exponate auf zwei Stockwerken ausgestellt. Die städtische Sammlung ist jedoch weitaus umfangreicher, als dass alle Gegenstände hier gezeigt werden könnten. Deshalb plant Martin Vogelbacher wechselnde Themen.
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